Die Pfarrei St. Urbanus heute

7 Gemeinden mit 11 Kirchen und 13 Gemeindezentren sind seit 2007 zu der einen Pfarrei St. Urbanus
zusammengewachsen. Die damit größte Pfarrei Deutschlands besteht heute aus ca. 36.000 Katholiken.
Schon diese erste Strukturreform ist sicher nicht allen leicht gefallen. Aber kaum sind wir damit auf einem guten Weg, kommen schon wieder neue Veränderungen auf uns zu.

Warum schon wieder Veränderung?

  • Immer weniger Menschen lassen sich von der Botschaft des Evangeliums ansprechen.
  •  Nur noch 10 von 100 Katholiken besuchen unsere Gottesdienste.
  • Die Zahl der Katholiken im Bistum Essen wird innerhalb der nächsten 15 Jahre um etwa 25 % zurückgehen.
  • Die Zahl der aktiven Seelsorger/innen in der Pfarrei St. Urbanus wird sich von heute 16 bis 2030 voraussichtlich halbieren.
  • In spätestens 10 Jahren werden die Rücklagen der Pfarrei St. Urbanus aufgebraucht und ein ausgeglichener Haushalt nicht mehr möglich sein.
  • Gleichzeitig müssen erhebliche neue Rücklagen u.a. für die Unterhaltung der kirchlichen Gebäude gebildet werden.
Welche Vorgaben gibt es?
Bis Ende 2017 sollen Pfarrgemeinderat, Kirchenvorstand und Pastoralteam unserem Bischof ein gemeinsam erarbeitetes pastorales Zukunftskonzept als Votum unserer Pfarrei vorlegen. Dies soll aufzeigen…
  •  wie wir langfristig vor Ort christlich leben und wirken wollen.
  • wie wir bis 2030 erreichen wollen, mit ca. 30 % weniger Kosten auszukommen als 2013, sodass künftig ein ausgeglichener und nachhaltiger Haushalt gewährleistet
    werden kann.
Wie gehen wir diese Herausforderung in unserer Pfarrei an?
Drei Arbeitsgruppen, die jeweils zu gleichen Teilen aus Vertretern des Pfarrgemeinderates, des Kirchenvorstands und des Pastoralteams bestehen, sind nun mit der Entwicklung eines Zukunftskonzeptes betraut.
Zudem gehört jeder Arbeitsgruppe mindestens auch ein Vertreter der Jugend an.
Die Koordination des Prozesses übernimmt der Lenkungsausschuss. Er ruft die AG´s immer wieder zum
Austausch zusammen und gibt Hilfestellungen.
Was tun die Arbeitsgruppen konkret?
AG Pastoral
Mit einem zeitlichen Vorsprung von einem halben Jahr hat die AG Pastoral bereits im Winter 2015 ihre
Arbeit aufgenommen und sich mit drei Fragen an die Leitungsgremien unserer 7 Gemeinden gewandt:
  • Was ist uns so wichtig, dass es in die Zukunft überführt werden soll?
  • Über welche visionären Schritte denken Sie nach und wollen Sie weiterentwickeln?
  • Welche Voraussetzungen müssten dafür gegeben sein bzw. geschaffen werden?
Die Fragen lassen die Perspektive des Prozesses erkennen: Es geht nicht vorrangig um Geld und
Gebäude, es geht auch nicht nur darum, was wir uns alles nicht mehr leisten können. Der Prozess
soll uns vielmehr helfen, wieder mehr Menschen in der Pfarrei mit der Botschaft des Glaubens anzusprechen damit christlicher Glaube vor Ort weiterhin entdeckt und gelebt werden kann; denn…
„Was nützen uns Gebäude und viele Strukturen, wenn kein Mensch mehr nach Gott fragt?“ (Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck)
Auf der Grundlage der Rückmeldungen aus den Gemeinden denkt die AG nun weiter darüber nach, an welchen Standorten welche pastoralen Schwerpunkte in Zukunft sinnvoll gesetzt werden könnten und wie eine Pastoral aussehen kann, die den Lebenswirklichkeiten der Menschen heute und morgen entspricht. Dabei richtet sich der Blick auch auf die Menschen, die sich mit der klassischen Gemeindeidee nicht (mehr) identifizieren können.
AG Wirtschaftlichkeit
Zwar geht es nicht vorrangig, aber eben auch um die finanziellen Möglichkeiten unserer Pfarrei. Wie steht es mit den aktuellen Kosten für pastorale Arbeit, Personal und Gebäude? Und wie lassen sich
die Pläne für die Zukunft finanzieren? Damit befasst sich die Arbeitsgruppe Wirtschaftlichkeit.
Die Erstellung eines Katastersystems aller Liegenschaften sowie die Sichtung und Bewertung aller
Kirchengebäude, Gemeindezentren und Pfarrhäuser durch den Diözesanbaumeister sind durch die AG
bereits auf den Weg gebracht worden.
AG Kommunikation & Kultur
Damit das Zukunftskonzept unserer Pfarrei am Ende dieses Prozesses von so vielen wie möglich mitgetragen wird, ist es unverzichtbar, dass die Entwicklungen gut kommuniziert werden – für alle Mitglieder der Pfarrei, für ihre Mitarbeiter und für die kommunale Öffentlichkeit.
Die AG Kommunikation & Kultur wird daher immer wieder – so weit wie möglich – über den aktuellen
Stand des Prozesses informieren und eine Kultur der Offenheit, des Dialogs und der Transparenz im
Blick behalten.
Wo führt das hin?
Der gesamte Prozess wird am Ende sicher nicht ohne Veränderung und nicht ohne Abschied von
Gewohntem einhergehen. Er gibt uns aber auch die Chance, die Zukunft unserer Pfarrei nun selbst in die Hände zu nehmen.
So sollen die Menschen in Buer, Scholven, Hassel, Resse, Erle und Schaffrath auch in Zukunft zum
Glauben kommen, ihn vertiefen, miteinander teilen und feiern können.
Zeitplan:
19./20. Juni 2015: Start
Gemeinsame Klausurtagung von PGR, KV und Pastoralteam; Konstituierung der drei Arbeitsgruppen
Pastoral, Wirtschaftlichkeit, Kommunikation & Kultur
bis Ende 2016: Phase 1 - Sehen
Anschauen der Lebenssituationen der Menschen in unserer Pfarrei / Sammeln von Zahlen, Daten und
Fakten / Zusammentragen von Erwartungen, Ideen und Visionen für die Zukunft der Pfarrei / Vernetzung und Kommunikation
bis Ende 2017: Phase 2 - Urteilen
Erarbeitung einer pastoralen Konzeption und Formulierung eines gemeinsamen Votums.
in 2018: Phase 3 - Handlen
Bekanntgabe der Entscheidung des Bischofs / erste Umsetzung der vereinbarten Schritte.
bis 2020: Kostenreduktion um etwa die Hälfte der einzusparenden Summe
bis 2030: Reduktion der noch verbleibenden einzusparenden Summe (um ca.30 % gegenüber 2015)